2025 Abenteuer Transafrika – Sierra Leone / Liberia
Wir haben den südlichen Grenzübergang von Guinea nach Sierra Leone erreicht. Erneut gibt es keinerlei Probleme bei der Ausreise. Freundlichst zeigt man uns die richtigen Anlaufstellen auf Seiten von Sierra Leone und es ist unübersehbar, dass die EU diesen Grenzübergang mitfinanziert hat. Wir sind momentan die Einzigen, die an der Grenze abgefertigt werden. Es ist Samstag und überall werden die Fußballspiele der englischen Premier League verfolgt. „…ahhh, you´re from Germany. You know Serhou Guirassy, he is from Guinea?“, werden wir gefragt. Nachdem sich Hajo auch noch als „Supporter“ des VfB Stuttgart bekennt, brechen alle Dämme. Jetzt wird im Büro nur noch gefachsimpelt und über Fußball und den anstehenden „Africa Cup“ gesprochen. Der eigentliche Grund unseres Besuchs gerät komplett in den Hintergrund – manchmal sind die Westafrikaner schon wie kleine Kinder 😉.
Direkt hinter der Grenze müssen wir erstmal eine „Straßennutzungsberechtigung“ erwerben. Ganz offiziell mit Passbild und allen Fahrzeugdaten wird das Dokument ausgestellt. Nachdem wir dann auch noch etwa €30 bezahlt haben, erhalten wir sogar eine Vignette für unser Fahrzeug. Den Grund für die „Roadtax“ bekommen wir sofort zu sehen bzw. zu spüren. Auf einem Asphaltband, von dem wir vielerorts in Deutschland nur träumen können, fahren wir jetzt weiter. Gebaut wurden diese Superstraßen, wie in vielen anderen westafrikanischen Ländern auch, von chinesischen Investoren – ganz ohne Schlaglöcher oder gar "Speedbreakers". Damit sichern sie sich vielerorts die Schürf- und Abbaurechte von Rohstoffvorkommen und seltenen Erden sowie die Erreichbarkeit der unzähligen Minen im Nordosten des Landes. Sogar Mautstationen, ganz nach europäischem Vorbild, wurden hier errichtet.
In den Orten gleichen sich die Bilder zumeist mit denen in Guinea, teilweise sogar noch ärmlicher. Das Land, das kaum größer ist als Bayern, hat ein großes Problem mit Drogen und Korruption. Obwohl reich an Diamanten und Rohstoffen, befand sich die Macht seit der Unabhängigkeit 1961 von den Briten in den Händen weniger, die exklusiv davon profitierten und die Bevölkerungsmehrheit kaum daran teilhaben ließen. So kam es 1991 zu einem Bürgerkrieg, der über 10 Jahre andauerte und fast 100.000 Todesopfer forderte. Der Großteil der knapp 9 Mio. Einwohner, davon ca. 80% Muslime, leben heute in Armut und gehen keiner geregelten Arbeit nach.
Zügig kommen wir voran, da auch das Wetter mitspielt und es nicht so heiß ist. Hinter Waterloo fahren wir auf die „Freetown Halbinsel“ hinaus. Schwere und dunkle Wolken hängen über den knapp 900m hohen Gipfeln des „Western Area Nationalpark“, der den Großteil der Halbinsel ausmacht. Obwohl die Regenzeit längst vorbei ist, regnet es immer wieder mal – längst ist der Klimawandel auch hier angekommen.
Am Yankai Beach fahren wir zur „Eco Lodge“, die u.a. auch bei mobilen Afrikareisenden sehr beliebt ist. In der Tat herrscht hier ein Kommen und Gehen von Motorrädern und Campern aller Art.
Für ein paar Tage genießen wir erneut das faule Strandleben, lassen uns von der lokalen Küche verwöhnen und bereiten uns in aller Ruhe auf den Gang zur Botschaft von Ghana vor. Den Infos und Recherchen nach, soll es dafür in Freetown recht entspannt sein.
Nach so viel Entspannung und bestens vorbereitet, machen wir uns auf den Weg nach Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Abgesehen von dem permanenten Verkehrschaos im Zentrum der Stadt, sind alle Erledigungen recht schnell vollbracht. Auf der ghanaischen Botschaft werden wir sehr freundlich empfangen und selbst die Botschafterin möchte uns persönlich kennenlernen. Morgen zur gleichen Zeit sollen wieder kommen um unsere Pässe abzuholen – das hört sich doch vielversprechend an.
Bis wir unsere Pässe wieder abholen können, fahren wir zum „Tacugama Chimpanzee Sanctuary“ hinaus. Dieser befindet sich außerhalb der Stadt im „Western Area Nationalpark“, inmitten des Dschungels. Dabei handelt es sich um eine Auffangstation von verwaisten, verletzten oder beschlagnahmten Schimpansen. Sie werden versorgt, aufgepäppelt und wenn möglich, auf eine bevorstehende Auswilderung wieder vorbereitet. Persönliche Bindungen zwischen Pflegern und Tieren gibt es hier nicht.
Auf halben Weg kommen wir am "City Supermarkt" vorbei. Es ist der erste Supermarkt seit mehreren Wochen wieder und wir müssen aufpassen, dass wir in keinen Kaufrausch verfallen – auch unser Kühlschrank freut sich, dass er wieder befüllt wird.
Im Schutze des Dschungels ist es hier oben angenehm kühl. Daher bleiben wir für die anstehende Nacht auf dem Parkplatz stehen.
Im Rahmen einer Führung erfahren wir am nächsten Morgen viel über die Arbeit in dieser Einrichtung und die Tiere selbst. Mit etwas Glück, können unterschiedliche Gruppen und Familienverbände beobachtet werden. Nach Schätzungen leben noch etwa 5.500 Exemplare im Land – Tendenz fallend. Leider werden noch immer Menschenaffen aufgrund ihres Fleisches oder für den Weiterverkauf gejagt. Übrigens ist der Schimpanse seit 2019 offiziell das "Nationaltier" Sierra Leones.
Pünktlich sind wir am nächsten Tag wieder auf der ghanaischen Botschaft und können wie versprochen unsere Pässe mit den Visas abholen. Schon auf der Fahrt dorthin machte der Iveco seltsame Geräusche. Doch jetzt ist es nur noch ein scheppern und klappern im Getriebe. Uns rutscht das Herz in die Hose – war es das jetzt mit unserer Transafrika Reise? In unseren Köpfen spielen sich spontan die unterschiedlichsten Szenarien ab. Unermüdlich telefoniert Bernadette mehrere LKW- und PKW-Werkstätten in Freetown ab, um Hilfe zu bekommen. Doch an einen Iveco möchte niemand ran. Dann meldet sich "Alie" bei uns. Nur kurze Zeit später trifft er mit einem Serviceteam bei uns ein und der Schaden wird begutachtet. Es ist das Ausrücklager, das die Geräusche verursacht und wir können durchaus damit noch ein Stück fahren. Er nimmt uns mit zu sich nach Hause. Auf seinem Grundstück neben dem Haus können wir den Iveco abstellen und die Jungs des Serviceteams fangen unverzüglich an das Getriebe auszubauen.
Am nächsten Morgen ist das Getriebe raus und wird inspiziert. Vorsichtshalber lassen wir auch das Getriebeöl ab um zu überprüfen, ob sich darin evtl. Späne befinden. Doch da gibt es sofort Entwarnung, das Getriebe selbst hat keine Schäden erlitten.
Nachdem die Jungs alles zerlegt haben, wird das Ausmaß des Schadens erst richtig sichtbar. Die Kupplung ist vollkommen hinüber. Das Ausrücklager klappert nur noch auf der Druckplatte umher und auch das Zweimassenschwungrad muss ersetzt werden. Doch zu etwas sind auch defekte Fahrzeugteile immer noch zu gebrauchen – in unserem Fall als Unterstell-Set für das Abendessen 😉
Ab jetzt stehen wir in permanentem Kontakt mit unserem "Schrauber des Vertrauens", Hr. Barthau und seiner LKW-Werkstatt. Er analysiert anhand von unseren Bildern und Aussagen, was alles zu ersetzen ist. Danach erfolgt die Bestellung der Ersatzteile.
An diesem Abend bekommen wir noch Besuch von Nico & Markus. Für sie ist diese Situation keine Unbekannte, da auch sie bereits auf Ersatzteile aus D angewiesen waren. Sie geben uns wertvolle Tipps und beruhigen etwas unser Nervenkostüm – vielen Dank.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Herrn Barthau für seine unermüdliche Hilfsbereitschaft zur Analyse des Schadens und Beschaffung der Ersatzteile bedanken. Ebenso gilt unser Dank unserer Freundin Annette die einen ganzen Tag opferte, um die Teile auf Reisen zu schicken. Ebenso vielen lieben Dank an alle die versuchen, uns zu unterstützen oder mental zur Seite stehen.
Nur wenige Schritte von unserem "zwangsläufigen Standort" entfernt, haben wir einen tollen Ausblick auf die zu unseren Füßen liegende Stadt. Eine Schönheit ist Freetown sicherlich nicht, doch im Licht der untergehenden Sonne durchaus sehenswert.
Um nicht dem „Lagerkoller“ zu verfallen, quartieren wir uns für ein paar Tage in „Peter´s Place“ am "Lakka Beach" ein. Auf dessen Areal könnte man auch mit einem Camper stehen – sofern man damit unterwegs ist. Wir versuchen den Kopf frei zu bekommen, lassen uns mit leckerem Essen verwöhnen und hängen einfach nur ab. Permanent erreichen uns auch hier „Mut zusprechende“ Nachrichten und Freunde aus nah und fern fragen nach, wie der Stand der Dinge ist – vielen lieben Dank für eure Anteilnahme.
Leider spielt das Wetter nicht ganz so mit, wie wir es gerne hätten. Auch die Strände können hier sicherlich nicht als Traumstrände bezeichnet werden – Müll, soweit das Auge reicht. Erschwerend kommt hinzu, dass im August diesen Jahres eine Monsterwelle auf die Küste traf und sehr viel zerstörte. An den Abenden jedoch, lässt sich als kleines Trostpflaster doch noch die Sonne blicken.
Nach ein paar Tagen lassen wir uns mit dem „Keke“, wie die Tuk-Tuks hier in Sierra Leone genannt werden, wieder abholen. Es geht kreuz und quer durch die Stadt, da wir noch zur Bank und Getriebeöl besorgen müssen. Wir sind wirklich erstaunt, wie leistungsstark diese kleinen, wendigen 2-Takter sind, auch wenn sie einen erheblichen Beitrag zu der schlechten Luft in Freetown beitragen.
In Peter´s Place lernen wir Herrmann kennen, der über eine NGO-Einrichtung als Berufsschullehrer in Freetown arbeitet. Er erzählt uns, dass der deutsche Botschafter in Kürze einen kleinen Weihnachtsempfang veranstalten würde und bei der, die in Sierra Leone lebenden Deutschen eingeladen sind – ob wir da nicht auch Lust hätten zu kommen. Bereits am darauffolgenden Tag erhalten wir vom deutschen Botschafter persönlich eine Einladung – wow, welch eine Ehre.
Pünktlich um 17:00 Uhr treffen wir an der Residenz des deutschen Botschafters ein. Dr. Pascal Richter lässt es sich nicht nehmen jeden einzelnen Gast persönlich zu begrüßen. Nach dem Sektempfang und der Begrüßungsrede beginnt die „Militäry Big Band“ der hiesigen Armee, die i.Ü. unter deutscher Leitung ist, Weihnachtslieder zu spielen – wir sind gerührt. Nun beginnt der gemütliche Teil.
Neben dem doch etwas gewöhnungsbedürftigen Weihnachtsbaum gibt es auch ein kleines Buffett, auf dem sich überwiegend „Weihnachtsbreedle“ befinden. Zugegeben, wir gehen dort mehrfach auf und ab und greifen kräftig zu. Neben den reichlich vorhandenen Gummibärchen fallen uns auch die Servietten auf, die mit dem deutschen Bundesadler bestickt sind.
Im Laufe des Abends kommen wir mit fast allen Gästen ins Gespräch. Zumeist sind es Mediziner, Lehrer oder andere Hilfskräfte aus „Nichtregierungsorganisationen“, die in Sierra Leone freiwillig und nicht gewinnorientiert arbeiten. Wir sind von jeder einzelnen Person beeindruckt, mit welcher Hingabe sie ihrer Aufgabe nachgehen – Hut ab vor euch. Da gerät unser Grund des „Hierseins“ fast schon in den Hintergrund. Trotzdem sind viele auch an unserer Geschichte interessiert und sprechen uns Mut und Zuversicht zu.
Gegen später verlagert sich die kleine Feier auf den durchaus großzügigen Balkon der Botschaftsresidenz. Auch von dort hat man einen fantastischen Blick auf die vor uns liegende Stadt – wenn da nur nicht ständig diese Smogglocke über der Stadt hängen würde.
Mit großem Interesse verfolgen wir, gefühlt stündlich, den Transportverlauf unserer Ersatzteile. Von Leipzig aus über Brüssel erreichen sie in Lagos den afrikanischen Kontinent. Von dort gibt es dann noch Stopps in Accra, Abidjan und Monrovia, bis sie endlich in Freetown/Sierra Leone eintreffen. Überglücklich vor Freude öffnen wir dem Kurierfahrer von DHL das Tor und nehmen unser vorweihnachtliches Geschenk strahlend entgegen – fast auf die Stunde genau, eine Woche nach Abholung in Mannheim.
Nach einem ersten Check von Hajo, scheinen die Teile komplett und unversehrt zu sein. Wären jetzt die Jungs vom Serviceteam schon vor Ort, könnten wir sofort mit dem Einbau loslegen.
Tags darauf steht/liegt unser Reparaturteam auf der Matte – jetzt kann der Einbau beginnen. Auch unser vierbeiniger „Supervisor“ ist mittendrin statt nur dabei und hat alles im Blick. Zunächst werden die gelieferten Teile verbaut. Penibelst wird darauf geachtet, dass alle Schrauben eingesetzt und mit dem "richtigen" Drehmoment angezogen sind. Als nächstes kommt das Getriebe dran. Zu dritt heben die Jungs, unter zur Hilfenahme eines Wagenhebers und ausreichender Muskelkraft, das schwere Teil an seinen ursprünglichen Platz. Danach wird alles verschraubt bis keine Schraube mehr übrig ist und alle Halterungen und Züge sich dort befinden, wo sie hingehören. Die richtige Menge an Getriebeöl haben wir bereits besorgt und zuvor schon eingefüllt.
Nach 5 Stunden ist es vollbracht. Der Iveco springt sofort an und die erste Testfahrt verläuft auch „fast“ problemlos. Nachdem noch eine geringfügige Unschärfe korrigiert ist, sind alle Beteiligten happy und liegen sich überglücklich in den Armen.
Nebenbei kommt auch ein "Scherenschleifer" um die Ecke und bietet seine Dienste an – gute Gelegenheit, die Messer zu schärfen.
Unser herzlichstes Dankeschön gilt an dieser Stelle Alie und seiner Familie. Sie haben uns sofort in unserer anfänglich aussichtslosen Lage bei sich aufgenommen und uns immer das Gefühl gegeben, nicht alleine mit unseren Problemen und Bedenken dazustehen – ja, sie haben uns fast schon adoptiert.
Nicht minder danken wir natürlich auch unseren Superhelden des Serviceteams. Unter Bedingungen, die wir so aus Europa gar nicht kennen oder uns überhaupt vorstellen können, haben sie eine fantastische Leistung vollbracht – Respekt vor euch.
Zudem wollen wir uns auch bei all denjenigen bedanken, die uns permanent aufbauten, Mut und Zuversicht zusprachen sowie uns helfen wollten – und das waren z.T. Menschen, von denen wir es überhaupt nicht erwartet hätten oder die wir gar nicht kennen.
Diese Notsituation hat uns aber auch deutlich zu erkennen gegeben, auf wen wir uns verlassen können, wer uns wirklich zur Seite steht und uns helfen möchte – ihr könnt unserer Hilfe immer sicher sein. Euch allen nochmals ein herzlichstes Dankeschön.
Tags darauf heißt es dann wieder „…on the road again“. Wir halten die Verabschiedung recht kurz, da wir eh schon mit feuchten Augen dastehen. Wer hätte gedacht, in Sierra Leone so liebe und hilfsbereite Menschen kennenzulernen – welch ein Segen.
Auf Traumstraßen die in Europa nicht besser sein könnten, ohne Schlaglöcher und „Speedbreaker“, kommen wir sehr gut voran. Z.T. geht es aber auch kilometerlang an Palmölplantagen entlang, wofür viel primärer Urwald geopfert wurde. Die Gedanken kleben nach wie vor an unserer Kupplung – aber da scheint alles Bestens zu sein. Zügig erreichen wir die nächste Grenze. Erneut reisen wir tiefenentspannt aus einem westafrikanischen Land aus und in das Nachbarland ein – nach 20min sind wir in Liberia eingereist.
An diesem Tag machen wir ordentlich Strecke und fahren durch bis Robertsport. Die letzten knapp 30 Kilometer geht es noch über eine gut befahrbare Piste, bis wir mit dem Sonnenuntergang bei Oliver in seinem Guesthouse ankommen. Hier können wir mit Blick auf den Atlantik äußerst entspannt stehen und lassen uns täglich mit frischen Fischgerichten verwöhnen. Dazu gibt es traditionell frittierte Bananen mit einer kräftigen Soße – auch in der Kombi, sehr lecker. Ebenso genießen wir mal wieder ein wohltuendes Strandleben und können dabei den Fischern beim Einholen ihres Fangs zusehen.
Liberia ist neben Äthiopien das einzige Land in Afrika, das nie kolonialisiert wurde. Es hat etwa 1/3 der Größe von Deutschland und über die Hälfte der 5,6 Mio. Einwohnern leben im Einzugsgebiet der Hauptstadt Monrovia. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kaufte die US-Regierung, unter Präsident Monroe, einen größeren Küstenstreifen auf, um dort ehemalige und freigelassene Sklaven anzusiedeln. Ihm zu Ehren erhielt die Hauptstadt seinen Namen. Ebenso ist in der Flagge die Nähe zur USA deutlich zu erkennen und der US-Dollar ist eine offizielle Währung. Leider tobte auch in Liberia von 1989 - 2003 ein erbarmungsloser Bürgerkrieg.
Wir machen uns auf den Weg nach Monrovia. Hier besteht die Möglich, ganz offiziell US-Dollar an den Automaten zu erhalten. Es ist kurz vor Weihnachten. Sämtliche Automaten scheinen regelrecht leergesaugt zu sein. Nach längerer Suche werden wir dann aber doch noch fündig und können unseren Vorrat an dieser weltweiten Währung wieder aufstocken.
Nun wollen wir so schnell wie möglich raus aus der Stadt. Leider gibt es keine Straßen, um diesen Mega-Moloch zu umfahren – nur mittendurch. Dann dauert es nicht lange und es geht weder vor noch zurück – wir stecken fest. Zu beiden Seiten der „Durchgangsstraße“ herrscht das größte Marktreiben des Jahres. Keiner will sich das Weihnachtsgeschäft entgehen lassen. Alle haben sie ihre Stände bis weit auf die Straße hinein aufgebaut. Kein Polizist oder Ordnungshüter schreitet dabei ein. Die Menschenmenge um uns herum wird langsam aber sicher immer nervöser und auch uns wird so langsam klar, in welch einer ausweglosen Situation wir uns in diesem Augenblick befinden. Ein netter Liberianer erkennt die Situation und versucht uns so gut er eben kann zu helfen. Zentimeter für Zentimeter kämpfen wir uns nach vorne und es ist kein Ende in Sicht. Auch er kann leider nicht verhindern, dass permanent auf unser Fahrzeug eingeschlagen wird und wir uns teilweise beschimpfen lassen müssen. Doch er schafft es zumindest, dass alle ihre Waren sowie ihre Füße etwas zurück ziehen und wir passieren können. Unsere höchste Aufmerksamkeit gilt jetzt aber, niemandem über die Zehen zu fahren oder gar zu verletzen. Das wäre dann der berühmte Funken für das Pulverfass – und diesen Mob könnte niemand mehr aufhalten. Nach einer guten Stunde Schwitzen, und das nicht nur wegen der Hitze, haben wir es dank unserem unbekannten Helfer geschafft. Die Gasse wird breiter und andere Fahrzeuge sind zu sehen.
Am nächsten Morgen sind wir zeitig auf der Straße, um an die Grenze der Elfenbeinküste zu kommen. Dafür müssen wir weit ins bergige Landesinnere hinein, da in Küstennähe keine Grenzabfertigung möglich ist. In der morgendlichen Kühle von nur 25°C und den guten Straßenbedingungen, kommen wir zügig voran. Je näher wir jedoch der Grenze kommen, verschlechtern sich nicht nur die Straßenverhältnisse, sondern es wir auch wieder heißer und schwüler.
Rasch sind unsere Pässe und das Carnet wieder ausgestempelt und es geht über eine kleine Brücke zur Elfenbeinküste hinüber.