2026 Abenteuer Transafrika – Togo / Benin / Nigeria

 

Dank der mitgebrachten Kisten mit Ananas und Papayas, verlief die Ausreise aus Ghana quasi im Handumdrehen – der lange Arm von Helmut, dem "Ananas König von Ghana" reicht weit ;-)

Über eine schmale Brücke erreichen wir das Metalltor, an dessen Seite sich die Immigration von Togo befindet. Jetzt muss Bernadette geschickt verhandeln, da sich in ihrem Reisepass nur noch zwei leere Seiten befinden. Grund dafür ist die Vorgabe von Nigeria, die bei der Einreise zwei leere Seiten fordert. Doch der Grenzbeamte zeigt sich nicht sonderlich kooperativ und haut seinen Stempel auf eine der noch jungfräulichen Seiten. 

Die heutige Rep. Togo war von 1884 - 1916 deutsche Kolonie, bevor sie durch die Vereinten Nationen unter französische Verwaltung kam. Das Land ist flächenmäßig gerade mal so groß wie BW und Hessen zusammen, hat knapp 10 Mio. Einwohner und die Amtssprache ist Französisch. Neben etwa 40% Christen und 20% Muslimen, ist auch die Voodoo-Religion von großer Bedeutung.

Zunächst geht es auf einer schlechten und teilweise zugewachsenen Piste weiter. Doch so nach und nach wird der Dschungel lichter und die Piste geht so langsam in Asphalt über. Ab Kpalimé erwartet uns eine Straße vom Allerfeinsten – breit und ohne Löcher. Grund für die teilweise sehr guten Straßenverhältnisse in Westafrika ist der Einfluss von China. Durch den Bau von neuen Häfen, Elektrizitätswerken und breiten Straßen, sichern sie sich die Schürf- und Fischfangrechte in den einzelnen Ländern. Für uns ist dies nichts anderes, als eine moderne Form des Kolonialismus. Für den Moment geben wir uns damit zufrieden und genießen die Fahrt.

Schnell und entspannt erreichen wir Lomé, die Hauptstadt Togos. Sie liegt ganz im Südwesten des Landes, direkt an der Atlantikküste. Im Zentrum macht sie einen recht sauberen Eindruck auf uns. Doch kommt man wieder etwas weiter raus, gleicht auch diese Stadt all den anderen westafrikanischen Städten – Müll, Lärm und sehr viel Armut. Nach gut sechs Stunden haben wir Togo, seit dem Grenzübertritt aus Ghana und entlang der 56km langen Küstenlinie, durchfahren und erreichen den Grenzübergang zu Benin. Es folgt unser zweiter Grenzübertritt an diesem Tage. 

Zwischenzeitlich erledigen wir unsere Grenzformalitäten doch schon recht routiniert – Ausreise aus Togo, Einreise nach Benin. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unseren ausgewählten Nachtplatz, am schmalen Streifen des berühmten Strand von "Grand Popo". Es ist ein nettes Beach Resort. Nach einem ausgedehnten, morgendlichen Bad im resorteigenen Pool fahren wir weiter nach Ouidah. Hier besuchen wir den berühmten "Python Tempel". Er gilt als Ursprung der "Voodoo-Religion" und wird als Heiligtum betrachtet. Von Beginn an wurde hier der Schlangenkult praktiziert und die Pythons als heilige Tiere angesehen. So wird bei den Zeremonien zwischen männlichen und weiblichen Exemplaren unterschieden. Da der Tempel momentan umgebaut wird, sind nur 20 der ursprünglich 200 Exemplare vor Ort untergebracht. Ganz Mutige dürfen mit den "harmlosen" Würgeschlangen auch spielen. 

Bis 1975 hieß die heutige Republik Benin noch „Dahomey“, benannt nach dem früheren, gleichnamigen Königreich. Das Land ist etwa doppelt so groß wie Togo, hat ca. 14 Mio. Einwohner und wurde 1960 von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassen. Französisch ist nach wie vor die Amtssprache. Noch im Dezember 2025 wurde ein Putschversuch schnell vereitelt. Benin gilt als die Wiege der Voodoo-Religion, von wo aus sie durch Sklaven nach Zentralamerika kam und dort noch heute praktiziert wird.

Nicht weit entfernt des Python Tempels, befindet sich der Gedenkbogen "Tor ohne Wiederkehr". Der Bogen aus Beton und Bronze, der am Strand steht, ist ein Mahnmal für alle versklavten Afrikaner, die vom Sklavenhafen Ouidah nach Amerika verschleppt wurden.

Wir fahren nach Cotonou, der Hauptstadt von Benin. Die Stadt macht einen sehr ordentlichen und sauberen Eindruck auf uns. An den Promenaden und breiten Durchgangsstraßen sind Mülltonnen aufgestellt, die sogar regelmäßig geleert werden. Zu unserem Erstaunen, sind alle Müllfahrzeuge Ivecos. Und wo eine so große Flotte an Ivecos im Einsatz ist, muss es doch auch Werkstätten geben die diese Fahrzeuge warten und reparieren. In der Tat machen wir die Werkstatt ausfindig und vereinbaren einen Termin. Bis dahin schauen wir uns die 30m hohe "Statue de I´Amazone" an, die in einem schönen Park nahe des Atlantiks steht. Sie wurde errichtet, um ein starkes Identitätssymbol zu schaffen, das sowohl der heutigen als auch den zukünftigen Generationen Benins als Orientierungshilfe dienen soll. Schon mal hier, übernachten wir gleich auf dem Parkplatz neben der Statue.

Am nächsten Morgen kämpfen wir uns durch die Stadt, um unseren Termin in der Iveco Werkstatt wahrzunehmen. Seit geraumer Zeit sind immer größer werdende Ölflecken unter dem Motor zu sehen. Erneut spielen sich die schlimmsten Szenarien in unseren Köpfen ab. Ein Mechaniker nimmt sich unserem Problem an und wird auch recht schnell fündig. Lediglich der O-Ring an der Entlüftung des Kurbelgehäuses ist verschlissen. Im Nu ist der O-Ring gewechselt und der Motor wieder dicht – uns fällt ein Stein vom Herzen.

Die nächsten Tage wollen wir am "Lac Nokoué", nördlich von Cotonou, verweilen. Es ist ein natürlicher See mit zwei verschiedenen Ökosystemen. Während und nach der Regenzeit ist der See für etwa 8 Monate ein reiner Süßwassersee, der von zwei Flüssen gespeist wird. Wenn der Frischwasserzulauf jedoch langsam zurück geht, wird er immer mehr zu einem Brackwassersee. An verschiedenen Stellen weist er dann unterschiedliche Salzkonzentrationen auf und die gesamte Flora und Fauna passt sich an – irre.

Mit einem kleinen Boot lassen wir uns zu einem der drei Stelzendörfer im See bringen. Fast 30.000 Menschen leben verteilt in den drei Dörfern. Sie leben zum größten Teil sehr traditionell vom Fischfang und auch sonst fehlt es an nichts. Schulen, Krankenstationen und selbst Feuerwehrgebäude mit Booten sind vorhanden und ebenfalls auf Stelzen gebaut. Alles spielt sich auf dem Wasser ab.

Nach einem letzten Bad im Atlantik machen wir uns auf den Weg zur nächsten Grenze. Wohlweislich entscheiden wir uns für den Grenzübertritt von Benin nach Nigeria bei Idiroko, der sich etwas nördlich von Lagos befindet. Zum einen können wir so dem Megamoloch der größten Stadt Afrikas entkommen und der dort allgegenwärtigen Grenzkriminalität und Korruption aus dem Wege gehen. Zum anderen soll Idiroko ein sehr entspannter Grenzposten sein, was sich dann auch als solches bewahrheitet. In aller Freundlichkeit erhalten wir die Ausreisestempel für das "Carnet de Passage" sowie in unsere Pässe und können danach die Grenze passieren. Auf nigerianischer Seite werden wir erstmal mit einem freundlichen "Welcome to Nigeria" empfangen. Nach der Kontrolle in den Impfausweisen auf eine vorhandene Gelbfieberimpfung und der Vorlage der E-Visas, erhalten wir die Einreisestempel in unsere Pässe. Hier interessiert sich auch niemand dafür, ob da noch genügend leere Seiten in Bernadettes Reisepass sind oder nicht. Parallel dazu wird bereits das "Carnet de Passage" eingestempelt – ruckzuck sind wir in Nigeria eingereist.

Unmittelbar hinter der nigerianíschen Grenze treffen wir uns mit drei weiteren Fahrzeugen. Über eine WhatsApp Gruppe haben wir uns kennengelernt und unsere Reisedaten ähneln sich so, dass wir Nigeria gemeinsam durchfahren wollen. Auch sie sind daran interessiert, die Grenze von Nigeria nach Kamerun über die östlichen Berge, auf der s.g. „Mayo-Banyo Route“, zu passieren. Dabei geht es auf fast 250km nur über Piste, die teilweise sehr extrem zu befahren ist. Daher ist es ratsam, dies nicht alleine zu tun – doch dazu später mehr.

Nigeria ist mit etwa 235 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas und knapp 3x so groß wie Deutschland. Trotz großer Erdölvorkommen, ist das Land von großer Armut, ethnischen Spannungen und Sicherheitskrisen geprägt. Besonders im Norden des Landes ist die islamistische Terror-Organisation "Boko Haram" sehr aktiv. Das seit 1960 von der britischen Krone unabhängige Land, ist aber auch sehr reich an Nationalparks, Natursehenswürdigkeiten und Wildtierreservaten.

Mit nunmehr fünf Fahrzeugen, drei LKW´s, einem Sprinter und unserem Iveco, machen wir uns auf den Weg durch Nigeria. Trotz teilweise miserablen Straßenbedingungen kommen wir erstaunlich gut voran. Die Fahrweise der Nigerianer unterscheidet sich nur unwesentlich zu der, der restlichen westafrikanischen Länder. Leider spiegelt sich das auch an der Anzahl der Verkehrsunfälle die wir zu sehen bekommen. Was wir allerdings als sehr tragisch, fast schon als unmenschlich, empfinden ist die Tatsache, dass wir am Straßenrand wie auch zwischen den Fahrspuren tote Menschen sehen – und die liegen nicht erst seit gestern hier. Zumeist ist dies auf die Art und Weise zurückzuführen, wie hier der Transport von Mensch und Tier vollzogen wird – einfach nur lebensgefährlich!

Freies Stehen ist in Nigeria, sofern man sich nicht fernab von Städten oder in den Bergen befindet, ein sehr schwieriges Unterfangen. Offiziell ist es nicht verboten. Doch die Polizei oder sonstige Sicherheitskräfte bringen sehr deutlich zum Ausdruck, dass dies die allgemeine Sicherheitslage im Land nicht zulässt. Selbst bei einer Mittagspause, nur wenige Meter neben der Straße, wurden wir bereits in Togo darauf hingewiesen, dass das nicht gestattet ist. Niemand könnte hier unsere Sicherheit gewährleisten.

So suchen wir uns z.B. Hotels, auf deren Parkplätzen wir für die anstehende Nacht bleiben können. Fast immer dürfen wir sogar in einem der Zimmer duschen und oftmals sind auch Restaurants dabei – und mit noch mehr Glück, auch ein Swimming Pool. 

Einen sehr interessanten Übernachtungsplatz finden wir in der Kommandantur der Verkehrspolizei in Benin-City. Allerdings gestaltet sich die Einfahrt, wegen der tiefhängenden Kabel, für die größeren Fahrzeuge unter uns doch als recht schwierig. Nicht nur, dass wir hier kostenlos stehen können. Am Abend kommt auch noch ein „offizieller“ Geldwechsler vorbei, so dass wir reichlich unsere Euros bzw. Dollars in nigerianische Neira tauschen können. Zudem lässt man uns auch die Wassertanks der Fahrzeuge füllen. 

Über eine recht abenteuerliche Piste, die am Ende noch über die örtliche Müllkippe führt, erreichen wir den nächsten Stellplatz – die „Mission St. Gerard Majella“ in Katsina-Ala. Nach einem Fußballspiel mit dem Pfarrer und seinen Jungs gibt es ein Mannschaftsbild. Danach besuchen wir gemeinsam die Messe. Zum Ende der Messe bedankt sich der Pfarrer sogar noch bei uns für den Besuch.

Unzählige Kontrollen müssen wir auf der Fahrt durch Nigeria passieren. Mal ist es die örtliche oder Verkehrspolizei, mal das Militär oder der Zoll. Überwiegend werden wir freundlichst durchgewunken. Gelegentlich fragt man uns auch nach dem woher und wohin. Lediglich die Immigration möchte unsere Pässe mit den Visas sehen – aber alles sehr entspannt, freundlich und äußerst nett.

Über Beziehungen unserer holländischen Reisefreude, können wir für zwei Nächte auf der Fischfarm von Willi stehen. Der gebürtige Holländer züchtet hier in unzähligen Becken Catfish, eine Art Wels, sowie Tilapia. Eine ausgiebige Führung über die Farm beginnt am Morgen mit der Fütterung der Fische. Sehr viel erfahren wir auch über die Weiter- und Aufzucht sowie die Vermarktung der Tiere. 

Auf der Ladefläche eines Pickups erkunden wir danach das weitläufige Gelände um den farmeigenen Stausee. Unmittelbar neben der Farm entsteht z.Zt. eine vollautomatische Fischfutter Produktion. Auch hier erhalten wir eine exklusive Führung. Sehr zur Freude von Hajo, hier kann er ausgiebig mit einem „Kollegen“ über die eingesetzten Automatisierungstechniken fachsimpeln. Nach wie vor stehen wir unter dem Einfluss des Wetterphänomens Harmattan, der die Luft mit Sand und Staub aus der Sahara sättigt.

Leider steht an unserem Iveco wieder eine Runde „Schrauben“ an. Unser Reisefreund und LKW-Spezialist Aart hat festgestellt, dass alle drei Silentbuchsen am Verteilergetriebe ausgeschlagen sind. In weiser Voraussicht haben wir einen Satz mitgenommen. Leider können wir nur zwei der Buchsen austauschen, da für die oberste Buchse das gesamte Verteilergetriebe abgelassen werden muss.

Nebenbei backt Bernadette für die ganze Mannschaft frisches Brot, da die Brotqualität in Nigeria doch sehr zu wünschen übrig lässt.

Neben ein paar Bierchen am Lagerfeuer, planen wir auch schon Mal unsere Route nach Kamerun. Dafür gäbe es jetzt drei Varianten. Der Weg entlang der Küste wäre allerdings nur mit einem Militärkonvoi möglich, da er durch ein Konfliktgebiet führt. Die Route im Norden des Landes, die landschaftlich am schönsten sein soll, führt wiederum durch das Gebiet der aktiven Boko Haram. Also bleibt uns nur noch die Strecke durch die Berge entlang des „Gashaka-Gumti NP“ – die s.g. „Mayo-Banyo Route“. Wie bereits zuvor schon erwähnt, geht es dabei auf z.T. übelster Piste Kamerun entgegen – wir sind gespannt, haben aber auch höchsten Respekt davor.

Ab Serti wird es langsam aber sicher immer ländlicher und wir nähern uns den Gebirgsregionen. Die festen Gebäude außerhalb der Ortschaften weichen jetzt immer mehr den traditionellen Hütten. Auf dem Land leben die Menschen hauptsächlich von Tierhaltung und von dem was sie rund um ihre Behausungen anbauen. So sehen wir viele Maniokfelder, die sehr gut an der hügeligen Form zu erkennen sind. Nach dem Abernten werden die Felder durch das Abbrennen der alten Blätter für eine neue Ernte vorbereitet. Ebenso sehen wir auch viele Einheimische mit geschnittenen Grasbüscheln, die sie für ihre traditionelle Dachbedeckung verwenden,

Wo immer wir mit unseren Fahrzeugen auftauchen, bildet sich sehr schnell eine Traube neugieriger Jugendlicher. Entweder suchen sie das Gespräch mit uns, um ihre wenigen Englischkenntnisse anzuwenden, oder sie fragen nach einem Geschenk. Doch niemals wird einer so aufdringlich, dass wir uns Sorgen machen müssen. Bevor wir nun in die ca. 30km lange Passstraße einsteigen, tanken wir in Mayo Selbe nochmals sämtliche Tanks voll. Für die nächsten 300km gibt es, wenn überhaupt, bis Tibati/Kamerun nur noch Diesel aus Kanistern zu tanken – und da weiß auch keiner, was wir uns in die Tanks schütten. Aufgrund der schweren Piste die uns jetzt bevorsteht, rechnen wir alle mit mindestens dem doppelten Verbrauch als auf gut zu befahrenden Pisten.

Die letzte Nacht verbringen wir in einer Ranger Station des "Gashaka-Gumti NP", bevor wir am nächsten Morgen starten. Zunächst geht es über wenig vertrauenserweckende Brücken und auf einer immer schlechter werdenden Asphaltstraße bergauf. Doch schon bald verschwindet auch die gänzlich und wir fahren nur noch auf Schotter- und Sandpisten weiter.

Wir haben Gurojie auf knapp 1.800 Höhenmeter erreicht und steigen ab hier in die "Mayo-Banyo Route" ein – jetzt wird es ernst. Während wir auf den ersten Kilometern noch ganz gut auf der roten Staubpiste vorankommen, wird es danach umso heftiger und erfordert von den Fahrern die ganze Konzentration. Ab jetzt fahren wir zumeist nur noch zwischen dem 1. und 2. Gang, in Untersetzung und eingelegter Sperre. Tagesetappen von nur 25 oder 45 Kilometern sind an diesen Tagen keine Seltenheit. 

Während des Fahrens ist es oft sehr schwer, die grandiose Gebirgskulisse auf sich wirken zu lassen. Zu sehr sind wir mit der Strecke und ihren Herausforderungen beschäftigt. Um etwas mehr Ruhe zu bekommen, schauen wir oft schon bei Zeit nach einem schönen Nachtplatz. Am Abend sitzen wir gemeinsam mit ein paar Bierchen am Lagerfeuer und lassen den Tag nochmals Revue passieren.

Etwas abseits der Piste entdecken wir einen kleinen Wasserfall – die "Twin Falls". Doch bevor das Wasser die etwa 25m in die Tiefe stürzt, quert das Flüsschen unsere Piste. Allerdings trauen wir der Brückenkonstruktion darüber nicht mehr sonderlich. Daher durchfahren wir einfach das etwa knietiefe Wasser um auf die andere Seite zu gelangen – Unterbodenwäsche inklusive. 

Im weiteren Verlauf der Strecke stehen wir immer wieder vor neuen fahrerischen Herausforderungen. Mal sind es steile Steigungen oder auch Gefällabschnitte auf denen hauptsächlich Geröll liegt. Die etwas stärker ausgewaschene Passagen bereiten dabei eher den Fahrzeugen Probleme, die nur eine geringe Bodenfreiheit haben. Ebenso muss genau darauf geachtet werden, dass das Fahrzeug nicht so sehr in Schieflage gerät – hier ein Fahrzeug zu bergen, ist ein fast aussichtsloses Unterfangen.

Doch manchmal wundern wir uns schon auch, mit welchen Fahrzeugen die Einheimischen genau dieselbe Strecke zurücklegen wie wir. Es sind zumeist Fahrzeuge, die die wenigen Örtchen und ihre Bewohner in dieser Abgeschiedenheit hier oben versorgen.

Zwischendurch gibt es jetzt auch immer wieder Teilstücke, die etwas besser zu befahren sind und wir kommen zügiger voran. Völlig unscheinbar und ohne große Ankündigung stehen wir auf einmal vor dem Grenzposten zur Ausreise aus Nigeria. In aller Ruhe bittet uns der freundliche Zöllner in sein bescheidenes Büro hinein und stempelt so nach und nach alle Pässe aus. Woher wir kommen und wohin unsere Reise gehen soll, möchte er noch gerne wissen. Zum Schluss wünscht er uns eine gute Reise – "Bon Voyage".