2026 Abenteuer Transafrika – Namibia (2)
Zu Beginn dieses Reiseberichtes, möchten wir gerne ein paar Fragen von euch beantworten. In den letzten Wochen haben uns sehr viele Reaktionen auf unsere Reiseberichte, Status- und FB-Posts erreicht, die den technischen Zustand des Ivecos betreffen. Gleich mal vorneweg, unserem Fahrzeug geht es sehr gut, er fällt auch nicht in Kürze auseinander und wir werden oder müssen ihn auch nicht in absehbarer Zeit durch einen Neuen ersetzen. Wir haben auf unserer aktuellen Tour zwischenzeitlich die 27.000km überschritten. Allein davon hat unser Fahrzeug in den letzten 8 Monaten gut und gerne 2/3 der Strecke auf schlechter bis äußerst miserabler Piste, also "artgerecht", hinter sich gebracht. Zudem ist das gute Stück auch nicht mehr gerade taufrisch und hat fast 150.000km drauf.
Da darf unseres Erachtens, durchaus auch mal das eine oder Bauteil kaputt gehen – klar, ärgerlich ist das trotzdem.
Erschwerend kommt nun aber dazu, dass wir bis dato nach fast jedem Werkstattbesuch mit z.T. gravierenden Folgeproblemen zu kämpfen hatten. Entweder wurde schlampig gearbeitet oder es waren Pfuscher am Werk – und das selbst in einer „Fachwerkstatt“ von Iveco. Das sind dann Dinge, die wir so nicht mehr akzeptieren können und uns richtig auf die Palme treiben – dazu später mehr.
Nachdem unser Iveco in der Falkenberg Garage nochmals durchgecheckt und für gut befunden wurde, verbringen wir noch ein paar weitere entspannte Tage im Oppi-Koppi-Camp. Dann begeben wir uns wieder auf die Straße – oder besser gesagt „auf die Piste“. Die nächsten Tage wollen wir im Herzen des Damaraland verbringen. Von Kamanjab aus folgen wir der Piste in südlicher Richtung. Immer wieder treffen wir bei den Pistenfahrten auch auf die s.g. „Grader“, die zumindest für die nächste Zeit, die Gravel-Pisten von ihrem materialfeindlichen Wellblechbelag, befreien. Dahinter fährt es sich dann teilweise wie auf einer Autobahn – toll.
Wir erreichen das „Monument Valley“ des Damaraland – zwar etwas kleiner und nicht ganz so farbenprächtig als in Arizona/USA, aber doch ganz nett. Von der Aussichtsklippe der Ugab-Terrace Lodge, erhalten wir einen fantastischen Blick hinein in das weite Tal und können bereits den berühmten „Vingerklip“ erkennen.
Am nächsten Morgen fahren wir dort natürlich auch hin. Am Fuße des einzelnstehenden Felsens, der wie ein Finger aus der Wüste ragt, stellen wir das Fahrzeug ab und gehen den teilweise recht steilen Weg nach oben. Erneut bietet sich uns eine grandiose Rundumsicht in das vor uns liegende Tal.
Entlang den namibischen Pisten befinden sich zu beiden Seiten permanent die Zäune der angrenzenden Farmen. Dadurch wird es uns zum einen sehr schwer gemacht, einen freien Nachtplatz zu finden und zum anderen sind es fast durchgehend Elektrozäune. Sicherlich will man damit nicht die Camper auf Distanz halten. Vielmehr soll damit verhindert werden, dass ungebetene Wildtiere auf die Grundstücke gelangen und dass die Farmtiere zudem nicht ausbüxen können.
Nicht weit entfernt des „Vingerklip“, befindet sich ein „Petrified Forest“ – ein versteinerter Wald. Dort wurden durch Erosion in den letzten 10.000 Jahren viele versteinerte Baumstämme freigelegt. Dabei handelt es sich um Palmen, die vor ca. 250.000-300.000 Jahren aus Zentralafrika angeschwemmt wurden. Unter sehr hohem Druck und bis zu 1,5km tief lagen die Bäume unter der Erde, bis sie jetzt so nach und nach wieder ans Tageslicht kommen. Bereits 2012 besuchten wir in Arizona den dortigen „Petrified Forrest NP“, der bei Weitem größer und imposanter ist – auch die Zufahrtswege sind dort wesentlich besser.
Mit einer fachkundigen Führerin gehen wir über das Gelände und schauen uns die freigelegten und versteinerten Baumstämme an. Von ihr erfahren wir alles Wissenswerte, was wir oben bereits beschrieben haben. Ebenso entdecken wir wieder mehrere der Welwitschien, die endemisch nur in der „Namib Wüste“ Angolas und Namibias vorkommen (siehe auch Angola 2). Wir haben zudem das große Glück, dass wir die Nationalpflanze Namibias dieses Mal in voller Blüte bestaunen können.
Ebenso sehenswert ist das kurze Stück eines trockenen Flussbettes, in dem das seitliche und brüchige Schiefergestein an viele nebeneinander stehender Orgelpfeifen erinnern – den „Organ-Pipes“.
Direkt dahinter befinden sich die „Burnt Mountains“. Das Volk der Damara benannte diesen kleinen Gebirgszug nach den Farben, der aus der Ferne wie verbrannte Berge schimmert – irre.
Bisher haben wir es erfolgreich vermieden, uns eines der vielen „traditionellen Dörfer“ der Herero oder der Himba zu besuchen. Uns erschien dies immer, wie eine „zur Schaustellung“ der in den Dörfer lebenden Menschen. Zudem werden z.T. horrende Eintrittspreise der Führer verlangt und von den Bewohnern dazu noch üppige Spenden erwartet.
In einem „Living Museum“ der Damara, scheint dies für uns etwas besser gelöst worden zu sein. Dort wurde ein typisches Damara Dorf errichtet, in dem die „Bewohner“ den Tag über verbringen und ihre täglichen Arbeiten und Gepflogenheiten den Besuchern zeigen und näher erläutern. So erklärt uns eine „Medizinfrau“, in ihrer „Damara Klicklaut Sprache“, die heilenden Wirkungen der einzelnen Kräuter und Pflanzen – wird natürlich von unserem jungen Führer ins Englische übersetzt. Nebenan zeigen uns die jungen Männer, wie sie Werkzeuge, Waffen und die einzelnen Stücke für ihre typische Bekleidung herstellen. Auch das Anfertigen der Souvenirs aus den Schalen von Straußeneiern wird uns genau erklärt – diese können natürlich am Ende der Führung am Ausgang erworben werden. Zu guter Letzt gibt es noch einen typischen Tanz mit Gesang der „Bewohner des Living Museum“.
Wir machen uns auf den Weg zum „Brandbergmassiv“, das wir schon von Weitem sehr gut erkennen können. Dort befindet sich auch der höchste Gipfel Namibias, der 2.573m hohe Königstein. Wie nicht anders zu erwarten war, führt auch dorthin nur eine Schotter- bzw. Sandpiste. Mehrfach müssen wir dabei das trockene und sandige Flussbett des „Ugab Rivers“ kreuzen oder ihm darin folgen.
Leider hat sich in einer der schwereren Passagen durch das Flussbett, ein Schwertransporter im Sand festgefahren. Dem können wir wahrlich nicht helfen, doch Hilfe sei wohl unterwegs – aber das könnte dauern. Also holen wir die Schaufel raus und ebnen uns einen Fahrweg an dem LKW-Monster vorbei.
Kaum einen Kilometer weiter treffen wir auf eine größere Straußenfamilie, die uns in aller Gemütlichkeit ein Stück begleitet.
Unmittelbar nach Sonnenaufgang fahren wir zum Basis Camp des Brandbergmassivs. Noch ist die gesamte Gebirgsgruppe in dichtem Nebel gehüllt, der sich aber mit zunehmender Tagestemperatur so nach und nach auflöst.
Von hier aus starten die Touren hoch zur Grotte der „White Lady“, die allerdings nur mit einem Guide erlaubt sind. Dabei müssen wir durch mehrere kleine Flüsse waten und teilweise auch über größere Felsen steigen. Nach etwa 1,5h haben wir den Eingang zur Grotte mit den Felszeichnungen erreicht. Ebenso haben wir von hier aus einen fantastischen Blick auf den „Königstein“.
Im gesamten Massiv des Brandbergs soll es etwa 45.000 Felszeichnungen aus unterschiedlichen Zeitperioden und von verschiedenen ethnischen Gruppen geben. Diese hier sind allerdings die bekanntesten, da sie trotz ihres Alters von bis zu 5.000 Jahren noch sehr gut erhalten sind. Nach unser Rückkehr hat das Thermometer schon längst wieder die 30°C Marke überschritten.
Entspannung nach unserer Bergtour finden wir in einer nahegelegen Lodge, die auch ein Bushcamp für Overlander anbietet. Neben relaxen am Pool können wir zudem am Abend einen farbenprächtigen Sonnenuntergang hinter dem Brandbergmassiv miterleben.
Von hier aus werden auch Safaritouren zu den Wüstenelefanten angeboten. Der Fahrer des Safarifahrzeuges bietet uns an, dass wir ihm mit unserem eigenen Fahrzeug auch gerne folgen können – das kommt uns natürlich sehr entgegen. Kreuz und quer sind wir durch den Busch unterwegs, um die Elefanten zu Gesicht zu bekommen. Zwischenzeitlich haben sich noch weitere Safarifahrzeuge von anderen Lodges mit uns auf die Suche nach den Dickhäutern gemacht. Doch leider gehen heute alle leer aus – so ist eben die Natur. Außer ein paar Hinterlassenschaften der Tiere war nicht viel sehen.
Spaß hat es trotzdem gemacht. So konnten wir fast 5h lang, auf engsten Pisten durch den Busch und den „Ugab River“ unserer „Offroad Leidenschaft“ mit dem eigen Fahrzeug nachgehen – auch immer in der Hoffnung, vielleicht doch noch ein paar Wüstenelefanten anzutreffen.
Nach unserer erfolglosen aber keinesfalls enttäuschenden „Safari“, machen wir uns auf den Weg nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Über Uis und Omaruru geht es erneut durch eine fantastische Wüstenlandschaft. Bereits ab Omaruru entscheiden wir uns für die Asphaltstraße – zwar etwas weiter, aber dafür ein ruhigeres Dahingleiten. Entlang der Straße treffen wir auch auf eine größere Gruppe von Pavianen, die sich in keinster Weise von unserer Anwesenheit stören lassen.
Da wir in vier Wochen für eine Sommerpause nach Hause fliegen werden, wollen wir uns in Flughafennähe nach einem Abstellplatz für den Iveco umschauen. Fündig werden wir im „Trans Kalahari Inn“, wo es eine verschlossene Halle gibt und bei Bedarf auch die Batterien gepflegt werden. Die Lodge liegt nicht nur zentral zwischen Flughafen und der Stadt, sie verfügt auch über mehrere Stellplätze für Camper – ideal, um das Fahrzeug auf die Reisepause vorzubereiten. Zudem treffen wir in Elisenheim Freunde, die ihr Fahrzeug nach Namibia verschifft haben und uns diverse Ersatzteile mitbringen.
Spontan gibt es in „Joe´s Beerhouse“ einen großes „Overlander Treffen“, von denen wir im Laufe der letzten 8 Monate viele kennengelernt haben. Einige kennen wir bereits persönlich und haben z.T. so manche Abschnitte der Westroute gemeinsam hinter uns gebracht. Mit den anderen standen wir über die sozialen Medien ständig in Kontakt. Die Freude ist natürlich riesengroß. Es gibt viel zu erzählen, da uns alle die „Faszination Afrika“ vereint. Jeder berichtet von seinen eigenen Erlebnissen, Erfahrungen und auch den Problemen, die so mancher mit seinem Fahrzeug hatte oder gar noch hat – jetzt sind auch wir wieder beim Thema.
Brigitte und Ingo haben uns u.a. auch Wellendichtringe für den Kardan mitgebracht, da einer davon etwas „schwitzt“. Um nicht zu riskieren, dass aus dem Schwitzten ein Ölverlust wird, lassen wir ihn in einer Iveco „Fachwerkstatt“ ersetzen. Obwohl wir entgegen unseren Prinzipien handeln, beim Schrauben immer dabei zu sein, lassen wir die Arbeiten dort ausführen. Nach 4h können wir unsern Iveco wieder entgegennehmen und erhalten noch den Hinweis, dass am VTG (Verteilergetriebe) auch eine Dichtung schwitze. Wäre aber momentan nicht so schlimm und sie hätten lediglich etwas Öl nachgefüllt – so weit, so gut.
Windhoek macht auf uns einen sehr gefälligen Eindruck. Die Stadt ist mit den bisherigen von uns kennengelernten Großstädten Afrikas überhaupt nicht zu vergleichen. Mit ihren gut 500.000 Einwohnern ist sie für uns recht überschaubar und hat teilweise auch sehr westliche, zumeist deutsche Züge. Bedingt durch die deutsche Kolonialzeit findet man noch viele Fachwerkhäuser mit Giebeldächern sowie deutsche Straßennamen. Die Straßen sind breit, sauber und der Begriff „Verkehrschaos“ ist hier unbekannt. Verlässt man jedoch nur wenige Kilometer den Kern der Stadt, wird die Schere zwischen Wohlstand und Armut sehr deutlich.
Wir verlassen die Stadt und wollen die verbleibenden vier Wochen noch dem Südwesten und der westlichen Küstenregion des Landes widmen. Über den „Kupferberg Pass“ und den darauffolgenden „Gamsberg Pass“, sind wir so gut wie alleine unterwegs. Die Landschaft ist aufs Neue atemberaubend und wir genießen die Fahrt über die „Hakosberge“ in vollen Zügen.
Unser nächster Nachtplatz befindet sich in einem derzeit trockenen Flussbett, abseits der Straße. Wir wissen sehr genau, dass an solchen Plätzen äußerste Vorsicht geboten ist. Da es aber seit geraumer Zeit keine Niederschläge mehr gab und wir uns immer noch auf über 1.000m befinden, haben wir hier nichts zu befürchten. Am Abend machen wir ein Feuer und es werden Würste gegrillt.
Vorbei an uralten und verrosteten Autowracks sowie an ein paar gigantischen Nestern der „Sozialen Webervögel“, folgen wir weiter der Piste. Diese führt uns am nächsten Morgen in den flächenmäßig größten Nationalpark Namibias hinein, den „Namib Naukluft NP“. Von den zahlreichen „Overlooks“ aus, können wir die momentan grüne Wüste bestens bestaunen. Bedingt durch die üppigen Regenfälle der vergangenen Wochen, stehen alle Gräser in voller Blüte – sehr zum Leidwesen aller, die unter Heuschnupfen leiden.
Von einer Anhöhe am „Kuiseb Pass“ aus, erhält man einen sehr guten Blick in den gleichnamigen Canyon hinein. Dort wo heute eine Brücke über den „Kuiseb River“ führt, musste man vor wenigen Jahren noch durch den Fluss fahren um auf die andere Seite zu gelangen. Bereits wenige Kilometer weiter geht die grüne und hügelige Landschaft langsam in eine trostlose und trockene Geröllwüste über. Wir fahren jetzt in die Namib Wüste hinein.
Die Namib ist eine der ältesten Wüsten der Welt. Wie ein Streifen zieht sie sich vom zentralen Angola, über die gesamte Länge Namibias bis nach Südafrika hinein, immer der Küste entlang. Im Durchschnitt ist sie gerade mal 120km breit. Aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen, kann die Namib auch mit der "Atacama" in Peru und Chile sowie mit der "Baja California" in Mexiko verglichen werden. 2013 wurde das „Namib Wüstenmeer“ offiziell zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt.
Unterbrochen wird die öde Wüstenlandschaft von einer kleinen sichelförmigen Felsformation, die unmittelbar neben der Piste liegt, dem „Vogelfeder Berg“. Unter den Überhängen wurden von der Nationalparkverwaltung Sitzgelegenheiten angebracht, wo es sich im Schatten wunderbar aushalten lässt. Von oben erhält man erneut tolle Ausblicke auf die schier unendliche Weite der Namib.
Seit geraumer stellen wir fest, dass wir Achsöl verlieren. Auch während des Fahrens riecht es permanent nach warmem Öl. Ein erster Check ergibt, dass aus einem der Überdruckventile der Achsen und des VTG Öl austritt und sich im Motorraum verteilt. Zuletzt hatte die Iveco „Fachwerkstatt“ in Windhoek die Finger im Spiel – da wo wir nicht dabei sein durften. Sie wechselten uns den Wellendichtring vom Kardan zur Vorderachse. Eine Überprüfung ergibt, dass der Ölstand in der Vorderachse soweit ok ist. Wir reinigen alles und sind davon überzeugt, dass nun alles bestens ist.
Am nächsten Tag erreichen wir die Küsten- und Hafenstadt Walvis Bay. Jedem der sein Fahrzeug nach Namibia verschiffen möchte, ist dieser Hafen ein Begriff. Sehr interessant auch, das älteste noch existierende Gebäude der Stadt. Es ist eine Holzkirche, die 1879 in Hamburg gebaut und quasi als "Fertighaus" hierher verschifft wurde. Bis 1966 fanden hier noch regelmäßig Gottesdienste statt.
Nach der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika 1990, blieb die Stadt mit dem einzigen Großhafen des Landes noch weitere vier Jahre als Enklave in südafrikanischem Besitz. Doch jetzt ist es auch hier China, die die Fäden in der Hand halten. Suggestive wird seit 2013 der Tiefseehafen immer weiter ausgebaut – und das nicht ohne Grund. Etwa 60km außerhalb der Stadt befindet sich zwischenzeitlich die zweitgrößte Uranmine der Welt. Namibia hält davon lediglich 10%.
Da es seit Anfang April ´26 nicht mehr erlaubt ist mit seinem eigenen 4x4 Fahrzeug an das knapp 50km südlich gelegene Sandwich Harbour zu fahren, buchen wir eine Tour dorthin. Wäre uns ohne hin nicht so recht gewesen, da ein Guide im Auto mitfährt und die Passagen zwischen der Küste und den steilen Dünen sehr eng sind – zumal auch die Gezeiten beachtet werden müssen.
Mit unserem Fahrer Chuck und zwei weiteren Fahrzeugen machen wir uns auf den Weg nach Sandwich Harbour. Zunächst durchfahren wir für etwa 15km, eine der größten Salzgewinnungsanlagen des Landes. Doch dann wird die Piste recht anspruchsvoll. Für die nächsten 30km geht es abwechselnd mal durch Tiefsand-Pads und gleich danach durch die Engstellen zwischen den fast 60m hohen Dünen und dem Atlantik. Wer hier bei auflaufender Flut stecken bleibt, kann sein Fahrzeug abschreiben. Immer wieder sehen wir Pelikane, Flamingos und Seehunde am Strand – mehrfach aber auch Buckelwale, weit draußen auf dem Meer.
Nachdem die Sandpiste wieder etwas breiter wird, steuert Chuck seinen „Toyota Prado“ direkt in den hügeligen Sandkasten der Küstendünen. Gekonnt und routiniert fährt er den SUV die Dünen rauf und wieder runter – man spürt, dass es auch ihm richtig Spaß macht. Auf der Spitze der höchsten Düne machen wir Halt. Aus etwa 80m Höhe haben wir einen fantastischen Blick auf die grüne Lagune von Sandwich Harbour, die langsam aber sicher versandet. Zur anderen Seite hin sind es die imposanten Dünen, die sich entlang der Küstenlinie ziehen und fast bis in den Atlantik reichen – wir sind beeindruckt.
Die Krönung ist dann das liegende "Boarden" hinab, an einer der steilsten Dünen in diesem Dünenfeld – dabei haben auch die Alten ihren Spaß. Noch bevor wir zurückfahren klart der Himmel auf, so dass wir die Salinen in ihrem leuchtenden rosa erleben dürfen.
Bereits am nächsten Tag haben wir unsere nächste Tour – es geht mit einem Katamaran aufs Meer hinaus. Schon gestern haben wir vom Auto aus Buckelwale gesehen und das erwarten wir uns auch für heute. Früh morgens legen wir ab und haben gleich zwei tierische Gäste an Bord. Einer der Pelikane sowie ein Seehund bevorzugen es, ein Stück mit uns hinaus zu fahren. Es ist am Morgen noch sehr frisch und düsig. Auf der von Walvis Bay gegenüberliegenden Halbinsel, können wir zwei große Seehundkolonien beobachten. Kurz darauf begleiten uns am Buck des Katamaran mehrere Delfine für eine längere Zeit. Von Walen ist momentan aber noch nichts zu sehen. Nach einer kleinen Stärkung an Bord, macht sich der Kapitän wieder auf die Suche nach den größten Säugetieren dieser Erde – leider ohne Erfolg. Aber das kennen wir ja bereits von den Safaries zu den Gorillas und den Wüstenelefanten. Es sind eben Wildtiere und es gehört auch etwas Glück dazu, diese in ihrer Umgebung zu Gesicht zu bekommen.
Leider hat sich das Spiel mit dem Ölverlust über eines der Überdruckventile wiederholt. Erneut riecht es während der Fahrt nach heißem Öl und der gesamte Motorraum ist versaut – langsam macht sich Ratlosigkeit bei uns breit. Von wo drückt das Öl bloß raus?